TSV Berkheim erreicht Finale beim Baden-Württemberg Pokal…

…allerdings nur als Schiedsrichter. Diese Aufgabe meisterten die Volleyballer mit Bravour, ganz im Gegensatz zur spielerischen, die mit einem mehr als schmeichelnden Platz 7 belohnt wurde.

Das hatten sich die Volleyballer des TSV Berkheim beileibe anders vorgestellt. Nach dem überraschend souveränen Auftritt am vergangenen Montag gegen das Team von „Au Backe“ wollte die Mannschaft beim Pokalfinale im badischen Kuppenheim an diese Leistung anknüpfen. Leider blieb es beim Wunsch.
Bereits im ersten Spiel gegen Karlsruhe wurde eine 15:9 Führung aufgrund einer Serie überflüssiger Aufschlagfehler verschenkt. Die scheinbar zu Hause vergessene Konzentrationsfähigkeit äußerte sich außerdem in einer miserablen Annahme. Logische Konsequenz: Karlsruhe gelang es, den ersten und kurz darauf auch den zweiten Satz für sich zu entscheiden.

Nach dieser Niederlage hieß der Gegner Baden-Baden, der spätere Turniersieger.
Auch dieses Spiel verloren die Berkheimer sang und klanglos mit 0:2, allerdings nicht, weil der Gegner so übermächtig war. Das Berkheimer Spiel war praktisch nicht vorhanden. Zeitweise vergaßen oder variierten die Spieler um Trainer Henrik Obst sogar die Grundtechniken. Da wurde im Springen gebaggert oder gerade noch gerettete zweite Bälle völlig unkontrolliert aus dem Rückraum an die untere Netzkante geprügelt. Aufschläge glichen Einwürfen und die wenigen guten Annahmen wurden entweder beim Zuspiel oder beim Angriff vergeigelt. Mögen die Damen mir folgenden Spruch verzeihen, aber an dieser Stelle muss ein großer, deutscher Fußballtorwart zitiert werden: Es waren definitiv keine Eier auf dem Feld.

Im dritten Spiel gegen Wangen wollten es die Volleyballer sich selbst und dem Gegner trotzdem noch einmal beweisen. Nicht selten hatten sie in der vergangenen Saison Kampfgeist und Willen bewiesen und beinahe verlorene Spiele noch umdrehen können. Mit der Doppelmeisterschaft im Rücken besannen sich die Berkheimer und traten zum ersten Mal an diesem Tag souverän aufs Feld. Das Zusammenspiel klappte besser, die Fehlerquote sank und auch die Aufschläge signalisierten Entschlossenheit. Trotzdem ging der erste Satz sehr knapp mit 24:26 verloren. Vermutlich waren es die fehlenden ‚Big Points’, die den ersten Satzgewinn an diesem Tag vereitelten und somit lautete die Bilanz nach drei Spielen 0:6 Punkte und Sätze.

Wenn, ja wenn die Mannschaft der Seeigel doch der erste Gegner gewesen wäre, vielleicht wäre alles ganz anders gekommen, aber wie sagt schon ein altes schwäbisches Sprichwort: „Dr Wenn und dr Hätt, hend’s beide net khet!“
Die für diese Pokalendrunde ungewöhnlich schwache Konstanzer Mannschaft verhalf den Berkheimern im vierten Spiel dann doch zu ihrem ersten Sieg. Vielleicht war es aber auch die Wirkung der ersten Frust-Tannenzäpfle, das jetzt endlich wieder Volleyball gespielt wurde. Ein klarer 2:0 Sieg bedeutete Gruppenplatz vier und damit Spiel um Platz sieben. Der Gegner war jedoch bereits abgereist und somit mussten die Berkheimer in ihrem letzten Spiel gegen eine spontan zusammen gewürfelte Mannschaft aus Kuppenheim antreten. Mit dem besseren Spiel kehrte auch das Lächeln auf die Gesichter zurück (oder umgekehrt?) und das Platzierungsspiel ging mit 2:0 an Berkheim. Im Vergleich zum 4. Platz vom Vorjahr wirkt der damit erreichte siebte Platz sicherlich eher als Blamage, zumal auch nur zehn statt wie sonst zwölf Mannschaften teilnahmen.

Für die Saison kann man nach einem solchen Tag nur hoffen, dass sich eine derart unterirdische Leistung nicht wiederholt. Vielleicht war er aber auch ganz nützlich für eine realistische Einschätzung der Spielstärke während der kommenden Runde.
Ein effektives und Fehler ausmerzendes Training wird in den nächsten Wochen sicherlich dafür sorgen, dass die Berkheimer wieder gewohnt schlagkräftig und selbstbewusst auf dem Feld stehen.